Jaecoo 7 PHEV und Omoda 9 PHEV: Auf zum Boss-Kampf
Gamer kennen das Prinzip: Auf den ersten Stufen des Spiels erledigt man die kleineren Aufgaben oder Gegner, bis am Ende eines Levels ein besonders herausfordernder Boss-Kampf wartet. So ähnlich ist auch der Chery-Konzern mit seinen Tochtermarken Jaecoo und Omoda die Eroberung des europäischen Marktes angegangen. Nach dem schnellen Erfolg in süd-, nord- und osteuropäischen Ländern nehmen die Chinesen nun den schwierigsten Markt ins Visier: Deutschland. Zwar ist Chery schon seit 2018 mit einem Entwicklungszentrum im hessischen Raunheim vertreten, doch erst jetzt folgt auch hier der Start mit den beiden Plug-in-Hybrid-Modellen Jaecoo 7 PHEV und Omoda 9 PHEV.
Dass der Deutschlandstart nicht als Schnellschuss gedacht ist, zeigt der Blick auf die bisherige Expansion. Chery hat seine beiden jüngeren Marken nicht einfach in Europa abgeladen, sondern in mehreren Märkten vorsichtig aufgebaut, Erfahrungen gesammelt und das Händlernetz parallel wachsen lassen. Deutschland ist dabei nicht irgendein weiterer Punkt auf der Landkarte, sondern der Markt, an dem sich zeigen muss, ob die bisherige Erfolgsformel auch unter verschärften Bedingungen funktioniert: bei preissensiblen Privatkunden, kritischen Dienstwagenfahrern und einer Konkurrenz, die vom Volumenmodell bis zur Premiumware praktisch jede Nische besetzt.
Die Blaupause liefert Großbritannien. Dort stiegen die Zahlen von 3889 Fahrzeugen im Jahr 2024 auf 47.775 Einheiten im Jahr 2025, der Marktanteil legte auf 2,4 Prozent zu. In Spanien, wo die Marken seit Februar 2024 vertreten sind, wuchs das Volumen von 8891 auf 23.697 Fahrzeuge, der Marktanteil stieg von 0,9 auf 2,1 Prozent. Polen kam in weniger als zwei Jahren auf 2,5 Prozent Marktanteil, Italien auf 1,0 Prozent.
Deutschland ist nun die nächste Stufe und zugleich die schwierigste. Hier zählen nicht nur Preislisten und Reichweitenangaben, sondern auch Werkstattdichte, Restwertvertrauen und die Frage, ob Kunden einer bislang unbekannten Marke überhaupt den ersten Termin beim Händler gönnen. Genau deshalb spielt der Vertriebsaufbau eine so große Rolle. Bis Ende Mai 2026 sollen 40 Händlerstandorte stehen, bis Ende des Jahres 100. Langfristig ist von 240 Standorten die Rede. Schon 2026 sollen rund 8000 Fahrzeuge der beiden Marken an Kunden gehen.
Dafür setzen Jaecoo und Omoda zunächst auf Plug-in-Hybride. Kein besonders mutiger, aber nachvollziehbarer Start. Deutschland bleibt für diese Technik ein wichtiger Markt, weil sie zwei Bedürfnisse gleichzeitig bedient: elektrisch fahren, wenn es passt, und lange Strecken absolvieren, ohne die Route am Ladekabel auszurichten. Genau diese Logik tragen beide Modelle in unterschiedlicher Form nach außen.
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